CDU Müschede schreibt offenen Brief an den Bürgermeister wegen des Radwegebaus

Mit einiger Verwunderung haben wir den offenen Brief der CDU Müschede in Sachen Radwegebau in Müschede an den Bürgermeister zur Kenntnis genommen. Er scheint weniger einem seriösen Ansinnen Rechnung zu tragen, sondern dürfte wohl eher dem (Spät-)Sommerloch oder dem vorgezogenen Kommunalwahlkampf geschuldet sein.

Zu den Fakten:

Seit mehreren Jahren setzen sich SPD, CDU und die FDP im Müscheder Bezirksausschuss einvernehmlich und gemeinsam für den Bau eines guten Radweges von Müschede nach Reigern ein.

Der bestehende Radweg im Wald liegt auf Privateigentum ist zudem nur schwerlich befahrbar. Die von der CDU lange präferierte Variante einen Radweg auf der Trasse der Röhrtalbahn zu bauen ist nicht realisierbar und aus Sicht der SPD auch nicht wünschenswert, zumal jetzt selbst Herr MdB Sensburg (CDU) lautstark die Stärkung der Schiene fordert.

Blieben also im Grunde 2 Alternativen: Ein Radweg direkt neben der B229 oder ein Radweg links oder rechts neben der Röhrtalbahn. Die entsprechenden Mittel sind vorhanden.

Soweit, so gut. Regelmäßig wurde seitens der Stadt im Bezirksausschuss darüber berichtet, dass die Realisierung bis dato einzig daran scheitert, dass einige wenige Grundstückseigentümer nicht bereit sind, dem Gemeinwohl dienend auch nur wenige Quadratmeter (!) ihres privaten Eigentums zur Realisierung eines solchen Radweges zu veräußern. Daran hat sich bisher auch nichts geändert. Dieser Sachstand ist hinlänglich bekannt. Neuigkeiten sind dazu nicht zu vermelden – leider.

Was die CDU Müschede jetzt öffentlich abzieht, ist das Heulen großer Krokodilstränen. Anstatt auf den einen Grundstückseigentümer oder die andere Grundstückseigentümerin aus den eigenen Reihen einmal vermittelnd einzuwirken, soll hier mit billigen und durchschaubaren Mitteln versucht werden, dem Bürgermeister den „schwarzen Peter“ zuzuschieben. Für einen Sachverhalt, für den weder den amtierenden noch den vorherigen Bürgermeister auch nur im geringsten Ansatz irgendein Versäumnis trifft, sondern der allein dem Verhalten einzelner geschuldet ist.

Bleibt zu hoffen, dass einige Grundstückseigentümer sich vielleicht doch noch an Art. 14 Abs. 2 des Grundgesetzes erinnern: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

Markus Prachtel
Vorsitzender des SPD-OV Müschede